Auszüge aus dem Kunstkurier 3/2011
Kulturentwicklungsplan für Westfalen
Am 18.03.2011 fand die erste "Westfälische Kulturkonferenz" in Dortmund auf der Zeche Zollern statt. Für den BBK NRW nahm Friederike van Duiven teil. Die vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), der Stiftung Westfalen-Initiative und der LWL-Kulturstiftung initiierten Konferenz stand unter dem Titel "Westfalen - Kulturland mit Zukunft". ... allerdings blieb offen, ob es sich bei diesem Titel eher um eine Feststellung oder einen frommen Wunsch handelt. Schließlich hat diese Zusammenkunft mit dem Ärger zu tun, der im Jahr 2008 über das Gutachten "Kunst NRW" einer Expertenkommission im Auftrag des Landes NRW ausgebrochen war. In dem Gutachten kam Westfalen quasi nicht vor. Abhilfe schaffen soll ein neuer "Kulturentwicklungsplan", der 2013 in Kraft treten könnte. Eine Arbeitsgruppe, in der alle Sparten, Regionen, Träger und Spitzenverbände mitarbeiten, soll die grundsätzliche Ausrichtung von Westfalen in Sachen Kultur festschreiben. Dieser zukünftige Kulturentwicklungsplan soll als Instrument dienen, die Kultur der Region im Land sichtbar zu machen.
Aus Sicht des BBK erscheint diese Herangehensweise zumindest fragwürdig, dokumentiert die Region damit doch zunächst einmal ihren provinziell wirkenden Geltungsdrang. Besonders dann, wenn im Zusammenhang mit der Erarbeitung eines Kulturentwicklungsplanes so große Worte wie "Strahlkraft", "Leuchttürme" oder "Stärken stärken" gebraucht werden. Damit verkennt man von Anfang an die Chance, zuerst einmal genau hinzusehen, was die Region kulturell zu bieten hat an vielfältigen kleinen (aber feinen) kulturellen Projekten und Initiativen. Erst wenn man den Bestand und die Struktur der Region verstanden hat, kann man kulturelle Ziele und Pläne mit den Akteuren gemeinsam entwickeln. Denn letzten Endes ist nach Meinung der Künstler die breite Akzeptanz eines Kulturentwicklungsplanes ein erster wichtiger Schritt in Richtung Erfolg. Als besonders beachteter Gast der Kulturkonferenz nahm die Ministerin des neuen Riesenministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW Stellung zu den Aufgaben und Zielen der Landeskulturpolitik. Landeskulturministerin Ute Schäfer appelliert an die Kulturschaffenden in Westfalen, auf die demografischen Veränderungen in der Region zu reagieren. "Gerade Westfalen-Lippe braucht mit seiner Vielfalt in Städten und Teilregionen differenzierte Antworten. Der kulturellen Bildung kommt dabei eine entscheidende Schlüsselrolle zu - auch als Beitrag zu regionaler Chancengleichheit", sagte die Ministerin bei der Eröffnung der ersten Westfälischen Kulturkonferenz in Dortmund. Ein besonderes Lob sprach Schäfer dabei dem kulturellen Ehrenamt aus, das in Westfalen besonders stark ausgeprägt sei. (siehe Kommentar)
Autorin: Friederike van Duiven
Ministerin Ute Schäfer informiert sich über die Arbeitsbedingungen der Künstler
Am Montag, den 11.April, hat die Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport einige Künstler zum Gespräch in die Kunstsammlung Nordrheinwestfalen geladen. Für den BBK NRW nahm Friederike van Duiven teil. Der Ministerin war daran gelegen, eine Einschätzung zur Arbeits und Ausstellungssituation der Künstler in NRW und Antworten auf die Frage, welche Förderansätze und Unterstützung für Künstler im Land effektiv und notwendig sind, zu bekommen.
In einer sehr offenen Atmosphäre wurden von den Künstlerinnen und Künstlern folgende Themen angesprochen: Stipendien und Preise für ältere Künstler, der Wunsch nach einfacherer Antragstellung für Förderung von Projekten und internationalem Austausch, die Rolle der Künstler in der Kulturellen Bildung, die Bedeutung von Kunstdiskurs und –Kritik, die Möglichkeit einer Plattform zur Vernetzung, Diskussion und Information, der Wunsch nach Freiräumen besonders für Ateliers und Auswahlverfahren beim Kunst und BauProgramm sowie Ankäufen.
Die Ministerin hat mit großem Interesse die unterschiedlichen Sichtweisen der Künstlerinnen und Künstler aufgenommen. Insgesamt kann dieses Gespräch und der Wunsch der Ministerin nach Austausch als positiver Anfang gesehen werden, den wir sehr gerne fortführen möchten. Für den nächsten Kunstkurier haben wir bei der Ministerin um ein Interview gebeten.
Autorin: Friederike van Duiven
